„Kein Bock auf Spaltung!“ – ein Motto, das die Veranstaltenden im Rahmen der Bildungswochen vielfältig und spannend interpretiert haben. „Was braucht es für ein gutes Zusammenleben?” diskutierten die Teilnehmenden bei Dazusetzen und Mitreden. In unterschiedlichen niedrigschwellig zugänglichen Kreativ- und Austausch-Formaten kamen Menschen in Kontakt: Bei Neustadt malt Zukunft wurden Visionen für gesellschaftlichen Zusammenhalt gestaltet. Bei Stein für Stein gegen Spaltung tauschten sich die Besucher*innen zu Ideen, Wünschen und Botschaften für ein gerechtes und solidarisches Miteinander aus.



Ein Programmschwerpunkt der diesjährigen Bildungswochen lag beim Thema Arbeitswelt. Während Veranstaltungen wie Zwangsarbeit, Ausbeutung und Menschenhandel erkennen auf Diskriminierung am Arbeitsplatz fokussierten, waren andere auf Vielfaltsgestaltung und Empowerment in der Arbeitswelt ausgerichtet. Mit dem Integrativen Gründer*innen Speed-Dating und Vom Willen zur Wirkung: Vielfalt in Unternehmen gestalten und Kompetenzen durch Migration – Stark gegen Rassismus, sowie Erfahrungen kopftuchtragender Frauen auf dem Arbeitsmarkt, gab es starke Angebote, die sich an Arbeitnehmer*innen und Unternehmer*innen richteten.



Weitere ausgewählte Impressionen und Highlights aus dem Programm der Bildungswochen gegen Rassismus 2026

Buchvorstellung: Machtübernahme – Eine Anleitung zum Widerstand

Vor 350 Besucher*innen analysierte Arne Semsrott die Risiken für Rechtsstaat, Medien und Bildungssystem unter einer möglichen rechtsextremen Regierung, und benannte konkrete Handlungsoptionen für Gewerkschaften, Beamte, Justiz, Unternehmen und die Zivilgesellschaft, um einer solchen Entwicklung entgegenzutreten. Der Vortrag führte zu einer regen Publikumsdiskussion.


Ausstellung: Trotz allem! Postmigrantische Jugend bewegt den Osten

Die Ausstellung zeigte Initiativen und Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Communities, die eigene Räume für Austausch, Empowerment und gesellschaftliche Veränderung schaffen. Sie brechen mit Vorurteilen, rassistischen Bildern und alten Zuschreibungen. Offen erzählen sie von Herausforderungen im Alltag, auf der Bühne, in Vereinen und in der Kommunalpolitik. Die gut besuchte Vernissage zeigte, wie groß das Interesse an Geschichten über Mut, Hoffnung, Ausdauer, Selbstbewusstsein und Solidarität ist.

8b Trotz Allem 2

Postkolonialer Stadtrundgang

Der Rundgang zeigte den zahlreichen Teilnehmenden anschaulich, wie Halle mit der globalen Kolonialgeschichte zusammenhängt, und daraus folgend, wie Rassismus die deutsche Gesellschaft prägt(e). Auch Geschichten, wie Menschen Widerstand leisteten und es immer wieder neu tun, wurden thematisiert.


Die Filmvorführung No More History Without Us beeindruckte die Zuschauer und Zuschauerinnen als filmographisches postkoloniales Manifest, das Rassismus und die Ausbeutung der Amazonas-Region in Verbindung setzt. Mit anschließendem Filmgespräch mit der Regisseurin Priscilla Brasil.


„Was läuft in Halle?“ An den Vortrag über rechtsextreme Strukturen in Halle (Saale), knüpfte ein Austausch darüber an, wie man sich gegen Antisemitismus, Rassismus und die extreme Rechte engagieren kann.



Die multimediale Ausstellung „Pieces of home“ entstand seit Juni 2025 im Kunstprojekt HeimART in Halle-Neustadt. Die Hallenser und Hallenserinnen beschäftigten sich mit den großen Fragen: Was bedeutet Heimat? Und was ist Zuhause? Die Ausstellung zeigt Kunstwerke von Künstlern und Künstlerinnen aus verschiedenen Ländern, aus unterschiedlichen Lebenssituationen und aus verschiedenen Generationen.


Die Lesung „Unsere Töchter, die Nazinen“ brachte den Roman von 1933/34 von Hermynia zur Mühlen auf eindrucksvolle Weise den Zuschauenden näher.


Küfa 1

Bei der TEKİEZ Küfa (Küche für alle) lernten zahlreiche Interessierte bei einem leckeren Abendessen den Ort kennen, der durch communityübergreifender Solidarität als Ort des Gedenkens und des Miteinanders nach dem Anschlag vom Oktober 2019, Jom Kippur 5780, erhalten werden konnte.


Bei den Quartier-Rallyes im Medizinerviertel und in Heide Nord machten sich Familien auf die Suche nach den internationalen Einflüssen in ihrem Quartier und lösten spielerische Aufgaben zu Themen wie Internationale Küche oder gelebte Nachbarschaft.