Medizinische Versorgung für Menschen mit eingeschränktem Zugang zum Gesundheitssystem

Art der Veranstaltung

  • Vortrag

Stadtteil

  • Innenstadt

Termine

20.03.2017 18:00, Infopoint Innenstadt, Waisenhausring 1b, 06108 Halle

Beschreibung

Wir leben in einem Land, der medizinischen Überversorgung. Dennoch gibt es in Deutschland eine wachsende Gruppe von Menschen, die keinen oder nur sehr beschränkt Zugang zu unserem Gesundheitssystem hat. Das sind unter anderem Asylsuchende, Illegalisierte und europäische Mitmenschen. Durch die restriktive Asylpolitik sehen sich viele Menschen gezwungen hier in der Illegalität und ohne offizielle Papiere zu leben, um nicht abgeschoben zu werden. Für sie bedeutet jeder Besuch beim Arzt oder im Krankenhaus ein Risiko entdeckt und gemeldet zu werden. Aus dieser Angst vor Abschiebung gehen Menschen trotz starker Schmerzen oder schweren Krankheit nicht zum Arzt. Auch Menschen im Asylverfahren wird der Zugang zu medizinischer Versorgung durch rechtliche und praktische Hürden erschwert. Es liegt auch in der Verantwortung von Mitarbeitenden des Gesundheitswesen diesem Missstand zu begegnen. In vielen Städten gibt es Gruppen (Medinetze), die diesen Menschen medizinische und politische Unterstützung zukommen lassen wollen. Sie vermitteln Kontakt zu Ärzten, die in Berufung auf ihre Schweigepflicht Illegalisierte anonym behandeln, sammeln Geld für die Therapiekosten und leisten politische Aufklärungsarbeit. Aus diesem Grund ist Medinetz Halle auf Spenden angewiesen, um Menschen helfen zu können. Der Verein Medinetz Halle/Saale e.V. stellt die medizinische Situation von Geflüchteten in Deutschland und unsere Arbeit und Erfahrungen des letzten Jahres vor.