Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand während des Holocaust. Eine Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museum

Termine

13.03.2019 18:00, Zweigbibliothek Rechtswissenschaft (Ha 11) / Juridicum Universitätsplatz 5, 06108 Halle (Saale)
13.03.2019 18:00, Zweigbibliothek Rechtswissenschaft (Ha 11) / Juridicum Universitätsplatz 5, 06108 Halle (Saale)

Beschreibung

 

Der Holocaust wäre nicht möglich gewesen ohne die Mitwirkung zahlloser Menschen. Warum beteiligten sich einige eifrig und aktiv an der Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden? Warum schwiegen so viele und nahmen die Verbrechen hin? Warum entschlossen sich so wenige, den Opfern zu helfen oder Widerstand zu leisten? Das Verhalten der Menschen reichte von behutsamen Zeichen der Solidarität mit den Verfolgten bis hin zu aktiven Rettungsversuchen, von der Duldung judenfeindlicher Maßnahmen bis hin zur bereitwilligen Zusammenarbeit mit den Tätern und zur eigenen Täterschaft.

 

Historische Aufnahmen beleuchten die unterschiedlichen Verhaltensweisen, mit denen die Menschen auf die Nöte ihrer jüdischen Klassenkameradinnen, Kollegen, Nachbarinnen und Freunde reagierten. Sichtbar werden Motive und Zwänge, die die individuellen Entscheidungen und Handlungen während des Holocausts beeinflussten.

 

Gefördert von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ präsentiert Miteinander e.V. in Kooperation mit dem United States Holocaust Memorial Museum sowie der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Martin-Luther-Universität die Ausstellung und ein Begleitprogramm in Halle (Saale).

 

Besichtigung

13. März bis 13. April 2019

in der Zweigbibliothek Rechtswissenschaft (Ha 11)

Universitätsplatz 5 / Juridicum, Halle (Saale)

 

montags bis samstags 8.00-5.00 Uhr

sonntags 14.00-05.00 Uhr

 

Öffentliche Führungen

mit Bezügen zur regionalen Geschichte des Holocausts

 

14. März, 18 Uhr Matthias Bode, Lokalhistoriker

21. März, 18 Uhr Matthias Bode, Lokalhistoriker

28. März, 18 Uhr Multikulturelles Zentrum Dessau e.V., in arabischer Sprache

30. März, 11 Uhr STOLPERSTEINE in Halle. Ein Rundgang des Zeit-Geschichte(n) e.V.

2. April, 18 Uhr Michael Viebig, Leiter der Gedenkstätte ROTER OCHSE

4. April, 18 Uhr Multikulturelles Zentrum Dessau e.V., in türkischer Sprache

6. April, 11 Uhr Multikulturelles Zentrum Dessau e.V., in arabischer Sprache

6. April, 13 Uhr Multikulturelles Zentrum Dessau e.V., in türkischer Sprache

09. April, 18 Uhr Michael Viebig, Leiter der Gedenkstätte ROTER OCHSE

11. April, 17 Uhr STOLPERSTEINE in Halle. Ein Rundgang des Zeit-Geschichte(n) e.V.

 

Teilnahme nur mit Anmeldung unter

E-Mail: anmeldung@miteinander-ev.de

Telefon: 345.523 721 4

Führungen für Schulklassen

Informationen und Anmeldung unter

E-Mail: anmeldung@miteinander-ev.de

Telefon: +49 345 5237214

 

 

Begleitprogramm

 

 

13. März, 18 Uhr

Eröffnung mit Grußworten

Generalkonsul Timothy Eydelnant (U.S. Generalkonsulat Leipzig)

Prof. Dr. Henning Rosenau (Dekan der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät)

Klaus Mueller (United States Holocaust Memorial Museum)

Max Privorozki (Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt)

 

Teilnahme nur mit Anmeldung

E-Mail: anmeldung@miteinander-ev.de

Telefon: +49 345 5237214

 

 

19. März, 18 Uhr

Juridicum

Sie müssen akzeptieren, dass das in Deutschland eben ganz wichtig ist“ – Fallstricke, Herausforderungen und Chancen von holocaust education in der Arbeit mit Geflüchteten
Vortrag von Hans Goldenbaum (Historiker u. Islamwissenschaftler), Multikulturelles Zentrum Dessau e.V.


Der Vortrag fragt nach Herausforderungen und Chancen der holocaust education in der historisch-politischen Bildungsarbeit mit Geflüchteten insbesondere aus dem Nahen und Mittleren Osten. Dabei geht es um der Vergangenheit individuell zugeschriebene Bedeutung und Kontexte in den Herkunftsländern, die unterschiedlichen Perspektiven der deutschen Tätergesellschaft und außereuropäischer post-kolonialer Gesellschaften, jüdisch-arabische Geschichte und nicht zuletzt um Überwältigungsverbot und Kontroversitätsgebot des Beutelsbacher Konsens.

Vor und nach dem Vortrag wird eine Ausstellung gezeigt, die aus einer Geschichts- bzw. "Erinnerungswerkstatt" mit Geflüchteten in Dessau entstanden ist.

 

 

20. März, 18 Uhr

Zweigbibliothek Rechtswissenschaft (Ha 11)

Der vergessene Holocaust. Mein Leben als Sinto, Unternehmer und Überlebender“

Lesung von Zoni Weisz

 

„Ich habe ein außergewöhnliches Leben gelebt, mit einem tragischen Anfang. In diesem Buch geht es um alles, was ich in meinem Leben bin oder gewesen bin: Ehemann, Vater, Großvater, Florist, Designer, Sinto und ein Überlebender des Holocaust. Ich hoffe, dass meine Geschichte jeden ermutigt, der einen schweren Start im Leben hatte.“

 

26. März, 18 Uhr

Stadtmuseum Halle (Große Märkerstraße 10)

Erinnerungskultur in Zeiten des Rechtsrucks

Podiumsdiskussion mit Klaus Mueller (United States Holocaust Memorial Museum), Pascal Begrich (Miteinander e.V.), Franziska Göpner (Anne Frank Zentrum) und Max Privorozki (Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt)

 

Vor dem Hintergrund eines wachsenden Antisemitismus und hitziger Debatten um Bedeutung und Formen des Gedenkens in- und außerhalb der Parlamente – bis hin zur Verharmlosung der NS-Verbrechen und der Forderung nach einer 180-Grad-Wende der Gedenkkultur – diskutieren wir über die Wirkmächtigkeit von Erinnerungsarbeit und die Bedeutung des Gedenkens für eine demokratische und offene Gesellschaft.