Liebe Hallenserinnen, liebe Hallenser,

zum siebten Mal lädt die Initiative „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage” zu den Bildungswochen gegen Rassismus ein. Das Motto lautet in diesem Jahr „Solidarität“. Der Begriff ist keineswegs jung, wir begegnen ihm bereits im Römischen Recht. Abgeleitet vom lateinischen solidus (= fest, dauerhaft) wird er heute auf vielfältige Weise verwendet, inklusive polemischer Angriffe und der Frage, wie viel Solidarität wir uns leisten können (oder wollen? Oder müssen?) in Zeiten zunehmender Individualisierung.



So groß die Bandbreite der Bedeutung heute sein mag – im Zusammenhang mit dem Thema Rassismus ist sie umso eindeutiger. Solidarisch sein mit all jenen, die ausgegrenzt, benachteiligt oder gar attackiert werden: Die Einwohnerinnen und Einwohner dieser Stadt haben in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass sie sich starkmachen für Toleranz. Dies ist ein Aspekt, der mich persönlich stolz macht.

Die schönste Definition des Wortes Solidarität stammt vermutlich von der nicaraguanischen Schriftstellerin und Lyrikerin Gioconda Belli:
Solidarität sei die „Zärtlichkeit der Völker“, schrieb sie vor mehr als 35 Jahren.

Die halleschen Bildungswochen sind traditionell Teil der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“. Über mehr als zwei Wochen hinweg laden Veranstaltungen unterschiedlichster Formate – Ausstellungen, Lesungen, Filmvorführungen, Gespräche, Workshops – dazu ein, zu hören, zu reden, sich einzubringen und zu lernen. Als Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale) und Schirmherr der Bildungswochen lade ich Sie ein, diese Angebote zu nutzen.

Herzlich, Dr. Bernd Wiegand
Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale)
und Schirmherr der siebten Bildungswochen